CD Projekt Aktienanalyse

Heute haben wir wieder ein interessantes Unternehmen unter die Probe gestellt und gehen davon ein ob sich ein langfristiges Investment für mutige Anleger lohnt. Wer in seinem Depot mehr verdienen will als die 7 % langfristige Jahresperformance eines langweiligen MSCI World’s muss sich Strategien aufbauen welche langfristig zum höheren Erfolg führen aber auch die Risiken bewusst geregelt werden. Dafür stellen wir euch heute die CD Projekt Aktie vor, viel Spaß damit.

Mit unseren Aktienanalysen suchen wir nicht den nächsten Hype-Titel indem wir der Masse nachrennen, wir wollen einzigartige Unternehmen mit etablierten Geschäftsmodellen und gesunden Bilanzen zu einem attraktiven Preis kaufen. Unter der Prämisse das wir keine Aktie sondern eine Anlage und somit das Unternehmen kaufen wollen wir ein spannendes Investment erhalten ohne zu spekulieren. Durch genaue Berechnung des wahren Werts unter Annahme einiger konservativer Voraussichten möchten wir gezielt eine deutlich bessere Rendite als die Marktrendite erzielen und dafür habe ich euch heute CD Projekt mitgebracht.

Von vielen gehasst, von vielen geliebt – CD Projekt

Auf Aktien mit Kopf wurde durch Kolja Barghorn oft genug über die Aktie berichtet, dadurch solltest du den Titel bestimmt schon mal gehört haben. Unter Gamern reit sich CD Projekt aber leider noch unter den Herstellern mit sehr geringer Beliebheit ein, die meisten kennen nur die großen Rockstar Games und Activision Blizzard. Dabei hat die Firma für ähnlich hervorragende Spiele gesorgt wie so manch anderer der „Dickschiffe“.

Die Firmengeschichte von CD Projekt startete 1988 damals noch als Optimus S.A (als IT-Dienstleister) welche im Jahr 2009 dann als Reverse Takeover in CD Projekt umbenannt wurde. Im Jahr 2009 hatte die frühere CD Projekt derartig schwere finanzielle Probleme sodass sie durch die Optimus S.A im Austausch gegen Anteilsscheinen aufgekauft wurden, das war der Ritterschlag zum Börsengang von CD Projekt.

Der polnische Spielehersteller hat einige sehr gute Erfolge in den letzten Jahren verzeichnen können, als Betreiber von Good old games (GOG) hat es die Firma geschafft eine Plattform für Retro Gaming älterer Nostalgie Spiele für alle Gamer bereitzustellen. Die Plattform GOG.com verfügt gegenwärtig (Stand 30. März 2021) über 4.700 DRM-freie Produkte in seinem Portfolio von mehr als 600 Anbietern darunter auch No mans sky, die Warhammer Games, Saints Row und natürlich die eigens produzierten Spiele The Witcher und Cyberpunkt 2077. 2013 gab der entwickler von Defenders Quest bekannt das GOG hinter Steam der zweitwichtigster Handelsdistributor war!

Als Alleinstellungsmerkmal verzichtet CD Projekt bei ihren Spielen sowie in ihrem Game-Store GOG auf das DRM (digital rights management) dem Urheberschutz im digitalen Bereich, damit wird den Gamern eine einfachere Weitergabe und Verleihung an Freunde ermöglich welche zu enormer Beliebtheit unter Hobby-Gamern geführt hat. Gleichzeitig können die Games aber auch leichter raubkopiert werden, das kann zu versäumten Gewinnen führen.

Eigene Erfolgsgames

Mit the Witcher 2 hat CD Projekt einen treffenden Erfolg gehabt, die Spielereihe hat zu einem der besten Fantasy-Games überhaupt entwickelt. Wer sich im Bekanntenkreis umhört hat vor weniger Jahren regelmäßig The Witcher Fans gekannt und selbst wenn nicht dann sprechen die Zahlen eine klare Sprache.

Die Produktionskosten von The Witcher 2 Assassins of Kings sollen laut Schätzungen bis zu 72 Millionen EUR gekostet haben und seit dem Release im Jahr 2016 hat sich das Spiel nun 50 Millionen mal verkauft, bei einem Preis von 30€ (Inklusive aller Rabattaktionen und Nachlässe) macht einen Erlös von 1,5 Milliarden Euro! The Witcher hatt‘ seine Produktionskosten innerhalb von 4 Jahren in Gewinn verzwanzigfacht!

Nach The Witcher wurde es lange still um die polnische Firma, die Produktion neuer High Price Titel erfordert meistens viele Jahre Programmierarbeit wie man auch an der Produktionszeit von GTA 5 bei Rockstar Games gesehen hat. In dieser Zeit gilt es weiterhin Umsätze zu generieren und alles zu tun das das nächste Spiel ein Kassenschlager wird, für Gaming-Studios die das nicht schaffen und außerdem keine anderen Umsätze haben kann das tödlich sein. Zum Glück hat CD Projekt mit GOG eine weitere Plattform die regelmäßig neues Geld in die Kasse spült.

Cyberpunkt 2077 als miserable Blamage für CD Projekt

Cyberpunkt 2077 sollte im Dezember 2020 nach 8 Jahren Entwicklungszeit der nächste große Erfolg für die Firma werden, es wurde unfassbar lange über den High End Titel berichtet und die Erscheinungstermine wurden regelmäßig nach hinten verschoben, dann kann es ja nur ein Erfolg werden? Nur leider kam alles anders, als es endlich soweit war rannten die Gamer in die Stores und kauften Cyberpunkt und es folgten unfassbare Verkaufszahlen. Nach kurzer Zeit als die ersten Youtuber ihre Let’s Play Videos über den Titel drehten wurden die Mängel klar, das spiel lässt sich auf der schon älteren Konsolengeneration PS4 und XBOX One nicht ohne heftige Bugs und Performanceprobleme spielen.

Das stellte den schlimmsten Skandal in der Geschichte von CD Projekt dar und hat die Aktie sofort auf Talfahrt geschickt, davor haben Anleger die Aktie mit Spannung auf den neuen Titel extrem hochgekauft gehabt. Die Fallhöhe war natürlich direkt deutlich höher und somit verlor CD Projekt auf Jahressicht 59 % Aktienperformance!

Daraufhin hat CD Projekt sofort allen Gamern ermöglicht das Spiel kostenlos zurückzugeben, leider hat Sony in den Playstation Stores diese Funktion vehement abgelehnt und somit fiel Cyberpunkt aus den PSN Stores heraus. Entgegen vieler Gerüchte hatte dies aber nichts mit der Qualität des Spiels zu tun, es lag daran das Sony keine Rückerstattungen im Store anbietet, jedoch reicht auch eine unbegründet negative Nachricht aus um ängstliche Anleger aus dem Papier zu drängen und somit verlor CD Projekt weiter an Wert.

Ist das Spiel echt so schlecht wie alle sagen?

Ich würde sagen Nein obwohl der High End Titel durch extreme Bugs und tobende Euphorie der Gamer für extremes Geheule im Nachgang gesorgt hat. Außerdem darf man nicht bedenken das sich CD Projekt seit Jahren als einziges Gaming Studio durch DRM freie Games das Vertrauen der Gamer erkämpft hat, damit haben sie nun sehr viel verspielt.

Das bedeutet aber noch lange nicht das CD Projekt kein finanzieller Erfolg ist, das Spiel hat seine Entwicklungskosten von 263 Millionen Euro bereits im ersten Monat wieder eingespielt. Im Jahr 2021 rechnet CD Projekt mit Einnahmen von 470 Millionen Euro, das stellt einen neuen Rekord in der Firmengeschichte her.

Bis Jahresende 2020 wurden drei Hotfixes veröffentlicht und weitere drei Patches welche zur Spielverbesserung geführt haben. Außerdem will man Spieleerweiterungen zunächst zurückstellen bis die vollständige Reparatur des Spiels geschafft ist.

Ich denke der Skandal hat dem Spiel und der Gamer Gemeinde einen ordentlichen Schlag ins Gesicht verpasst, der unglaubliche Hype des Spiels wurde erstmal gedämpft. Dadurch kann ich mir gut vorstellen dass es keine weiteren explosionsartigen Kaufwellen geben wird aber das macht Cyberpunkt nicht zu einem schlechten Spiel!

Das Spiel bietet ähnliches Potenzial wie GTA 5 und kann durch neue Feature laufend erweitert und vermarktet werden. Das beinhaltet eine extreme Geldquelle für uns Aktionäre! Ein profitabler Online Modus mit diversen Mikrotransaktionen wird frühestens 2022 erwartet. Bis dahin stehen Patches und DLC’s für Cyberpunk und the Witcher auf dem Programm.

Leider ist es wirklich sehr still um Cyberpunk geworden aber ich gehe stark davon aus dass viele Gamer nachträglich dem Spiel doch noch eine Chance geben werden und sich dann über dieses wirklich geniale Spiel freuen werden. Deshalb sehe ich CD Projekt persönlich als spannenden Game-Designer mit ähnlichem Burggraben wie Rockstar Games denn keiner kann ein GTA nachmachen, genauso wenig wie ein Cyberpunk oder Witcher.

Bewertung

Zur Bewertung des intrinsischen Wertes der CD Projekt Aktie müssen wir eine Annahme zur zukünftigen Bewertung der Aktie treffen, dafür bezieht man sich auf KGV der vorherigen Jahre, leider sind diese durch die junge Firmengeschichte mit bis zu 153 extrem überhitzt gewesen. Da die Anleger großes Potenzial im Unternehmen sehen gibt es solche KGV ganz oft bei jungen Firmen mit hohen Wachstumsraten, da wir aber eine langfristige Einschätzung treffen habe ich mir angeschaut mit welchen KGV die Konkurrenten Activision Blizzard und die Muttergesellschaft hinter Rockstar Games also Take Two Interactive bewertet sind.

Wir möchten eine langfristige Perspektive für das Unternehmen ausarbeiten wenn sich CD Projekt dann zum gleichwertigen Konkurrenten unter den Platzhirschen hochgearbeitet hat deshalb ist eine Angleichung an die KGV der Konkurrenz unerlässlich, eine Bewertung mit durchschnittlichem KGV von 120 wäre einfach fahrlässig und absurd!

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